Objekte & Installationen

Ihr Slogan

 

Stephan Jürgens-Jahnert

Geboren 1951 in Ostfriesland, nach dem Abitur Studium der Psychologie. Anschließend Psychotherapieausbildungen in humanistischen und psychodynamischen Verfahren für Kinder/Jugendliche und für Erwachsene. Ab 1984 freiberuflich tätig in eigener Praxis als Psychologischer Psychotherapeut und als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, seit 2017 im Ruhestand.


2019 habe ich mit dem künstlerischen Schaffen von Objekten und Installationen auf dem Hintergrund meiner Erfahrungen als Psychotherapeut begonnen. Das erste bewusst gestaltete Objekt ist das „Tor zur alten Welt“. Es symbolisiert die Möglichkeit, sich in seine innere „alte Welt“ hineinbegeben, sich darin bewegen und sie auch wieder verlassen zu können. So entsteht mein Zyklus „Psyche in Kunst“.


 

 Selbstverständnis

In diesem Schaffensprozess begann die Beschäftigung mit meinem Selbstverständnis als Künstler, mit meinem Verständnis der Kunst, die ich mache, und mit meiner künstlerischen Haltung, zum einen, um sie kommunizieren zu können, zum anderen und in erster Linie, um sie mir bewusst zu machen und weiterzuentwickeln.

Wenn Freunde und Bekannte meine Objekte und Installationen betrachten, höre ich oft den Satz: „Die Idee muss man erst mal haben, machen könnte ich das auch.“ Dabei kommt mir die Aussage von Joseph Beuys in den Sinn: „Jeder Mensch ist ein Künstler.“ und die Parallele zu meinem psychotherapeutischen Mentor Carl Rogers, dessen Credo sinngemäß lautete: „In jedem Menschen steckt die Kraft des Guten. Man braucht aber Unterstützung, diese zu spüren.“ Diese Hilfe finden wir insbesondere über gute Beziehungen, meistens Alltagsbeziehungen, aber auch über professionelle wie in der Psychotherapie. Mit Rogers interpretiere ich die Aussage von Beuys so: „In jedem Menschen steckt das Potential zu künstlerischen Ideen, man muss aber den Zugang dazu finden.“


Joseph Beuys

Carl Rogers

Ai Wei Wei

Die Idee ist also sowohl für Betrachter als auch für mich ein wesentlicher, wenn nicht sogar der wesentliche Aspekt meiner Objekte und Installationen. Ein ähnliches Kunstverständnis sehe ich bei  Ai Wei Wei, dem derzeit wohl bekanntesten Objektkünstler. Seine aktuelle Installation besteht aus roten Rettungsjacken aus dem Baumarkt, in einer von ihm entworfenen Komposition an Metallstangen aufgehängt. Auch hier ist die Idee der entscheidende künstlerische Faktor.




Hier einige Aufnahmen vom Arbeitsprozess. Manchmal fertige ich zunächst eine Studie wie bei Aushalten, um zu sehen, wie sich meine Vorstellung in der materiellen Umsetzung darstellt.





Bei meinen Objekten und Installationen steht also nicht die kunstfertige Arbeit im Vordergrund, sondern die Idee. Um andere Menschen anzusprechen, muss sich in ihr ein komplexer, überindividuell relevanter Zusammenhang verdichtet wiederfinden. Zudem muss in der Idee ein wohl austariertes Moment an innerer  Spannung enthalten sein, welches sich aus Neuigkeitsgehalt, ungewohnter Sichtweise oder Widersprüchlichkeit generiert. Natürlich gehört auch die Vorstellung dazu, wie sie sich so umsetzen lässt, dass sie den Betrachter erreicht. Dazu ist ein Mindestmaß an handwerklichem Können erforderlich, um das Eigenleben des Materials, seine Angebote und Widerstände so in das Kunstwerk zu integrieren, dass sie es nicht behindern, sondern voranbringen.





Ich arbeite mit unterschiedlichen Materialien und Gegenständen. Vieles finde ich in meinem über Jahre gesammelten "Fundus", einiges wurde mir gespendet, anderes kaufe ich im Baumarkt. Ich verfüge über eine gut eingerichtete Werkstatt und habe mir im Verlaufe meines Lebens einiges an handwerklichem Geschick angeeignet. Deshalb mache ich alles selber und erweitere meine Fähigkeiten, wie ich sie z.B. bei der Produktion der Gipshände für "Seelenheilung" benötigte. Bislang brauchte ich nur Zuarbeit beim Schweißen für EINSCHWINGEN und beim Hämmern der Balancierstange.

Bei manchen Objekten steht das Spiel mit Material und Form am Anfang, wobei die Lust am Spielerischen sich auch aus meiner früheren Tätigkeit in der Spielpsychotherapie speist. Bei den meisten Objekten ist der Ausgangspunkt jedoch eine Idee, ein inneres Bild, welches ich umsetzen möchte. So sind das Verbindende meiner Werke nicht die verwendeten Materialien und Formen, sondern die Ideen: zu Beginn überwiegend Aspekte der gesunden und der kranken Psyche sowie deren Heilung zur Anschauung zu bringen, mittlerweile auch politische oder ästhetische Ideen.

 





 

Eine besondere Bedeutung kommt den Bezeichnungen der Objekte und Installationen zu. Erst mit der Namensgebung wird aus einer Zusammenstellung von Materialien ein Objekt, es bekommt eine Identität und eine Aussage. Manchmal steht der Name bereits beim Beginn der Arbeit fest, meistens aber bastele ich an dem Namen ebenso wie an dem Objekt. Gerne spiele ich dabei mit Zweideutigkeiten wie bei „gefallener Engel“, „schwerelos“ oder „Kinderspiel“.

D a n k

Dank an die SpenderInnen, die geholfen haben, meinen Fundus aufzufüllen, - der in der Zwischenzeit allerdings recht zusammengeschmolzen ist.

Dank an die professionellen HelferInnen bei der Erstellung der Homepage:

  • für das Portraitbild Manuela Groß vom Fotostudio Groß, Wetter-Treisbach
  • für das Logo Bettina Potokar von Logo und Co, Wetter-Treisbach
  • für die technische Realisation der Homepage Heinrich Reh vom EDV-Service Reh, Wetter.

Einen besonderen Dank an meine Familie, sowohl für die großzügige Spende an Master-of-the-Universe-Figuren als auch für viele hilfreiche Anregungen. Und auch dafür, dass sie mich in den heißen Schaffensphasen so gut aushält, denn da bin ich mit meinen Gedanken oft „ganz woanders“.